Das Freegal in Hostels. Ich lebe seit 6 Monaten (abzgl. 6 Tage eigenes Zimmer/Appartement und abzgl. 10 Tage Einzelzimmer ohne eigenes Badezimmer!) in Hostels. Mit fremden Menschen Arsch an Arsch in kleinen Zimmer mit schlechter Luft. Ohne Vorhang für die Privatsphäre. Ich dachte immer, dass das mindestens sein muss. Ja, aber nicht in Australien bei meinem Budgetlimit für ein Bett. Dass ich mir noch keine Bettwanzen oder irgendwas anderes eingefangen habe, ist mir ganz ehrlich ein Rätsel. Ich hatte mir drei Tage ein Hotel in Sydney vor meinem Abflug nach Neuseeland gegönnt. Und ich desinfiziere die Fernbedienung. Ich hatte einen fetten Screen im Zimmer. Geil. Ich habe bei Galileo mal gelernt, dass dort die meisten Viren und Bakterien zu finden sind. Als ich also diesen Akt der Hygienefanatik tätigte musste ich lachen. Ich habe 6 Monate auf Klobrillen gesessen, wo bis zu 20 Personen pro Stunde gesessen haben. Ich habe, weil ich vergessen hatte, mein Shampoo mit in die Dusche zu nehmen, einen alten Seifenbrocken benutzt, der noch in der Dusche lag. Ich habe auf Schneidebrettern meine Möhren geschnitten, wo ich nicht weiß, was sich da tummelt. Ich habe auf Matratzen gelegen, wo du auf keinen Fall unter das Laken gucken solltest. Und nimm niemals den Kopfkissenbezug von deinem Kissen in einem Hostel ab! Niemals. Und jetzt will ich die Fernbedienung desinfizieren. Na wenn es dir dann besser geht?! Gut, ich schweife ab … Wird auch zu eklig. 

Das Freeregal ist Thema. Meist findest du in den Küchen eine kleine Kiste oder im Aufenthaltsraum ein Regal, wo Dinge for free sind. In Auckland, Neuseeland steht das Regal mit den Dingen für umme ganz präsent im Aufenthaltsraum. Ich gucke jeden Tag rein. Dazu stehe ich. Dieses Mal habe ich Zip-Tüten ergattert. Top! Und Salz! So kann es weitergehen. Ach und Tofu war auch dabei. Läuft bei mir. Und ich habe zwei Abende neben diesem Regal gegessen und gechillt und jeder, wirklich jeder!!!, hat in dieses Regal geguckt. Aber nicht mit Scham oder so. Nein, ganz normal und neugierig auf das große Glück! Haha! Es wird gekruschtelt und alles ganz genau angeguckt. Findet man doch noch ein Gewürz hinter dem Mehl oder eine Regenjacke neben den Boots. In diesem Regal kann man ein Longboard mitnehmen. Greift zu!

Es wird mir auf dieser Reise noch mehr bewusst, wie verschwenderisch wir mittlerweile leben. T-Shirts, Taschen, Boots, Longboards, Salz, Öl, Geschenkpapier, Pilatesrolle, Schlafsack …alles hätte ich nicht neu kaufen müssen. Und in den unordentlichen Hostels ist es wie bei Primark. Irgendwas liegt immer auf dem Boden, was man vielleicht gebrauchen kann und niemandem mehr gehört. Darüber informiert  man sich  natürlich bei den aktuellen Mitbewohnern.